Persönliches Budget plus e.V.

Geschichten unserer Klient*innen

gleichberechtigte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben

Erfahrungen mit dem Persönlichen Budget
Ich bin 54 Jahre alt, männlich und wohne in Nürnberg. Seit einigen Jahren bin ich Nutznießer dieser Hilfe für behinderte Menschen. In dieser Zeit hatte ich einige mehr oder weniger schwere Psychosen, die ich glücklicherweise mit Hilfe meines Betreuers vom „Persönlichen Budget plus“ bewältigen und einen stationären Krankenhausaufenthalt vermeiden konnte.
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Das war und ist für mich ein großer Erfolg, nachdem in früheren Jahren Klinikaufenthalte in immer kürzeren Intervallen erforderlich waren.

Diese Hilfe ermöglicht es mir, auch einen psychotischen Schub in meiner gewohnten Umgebung abzufangen und mir auch in Krisenzeiten ein weitgehend selbstbestimmtes Leben zu erhalten. Das ist ein großer Fortschritt für mich in Richtung mehr Lebensqualität. Besonders wichtig sind mir auch Gespräche in Krisenzeiten. Hier empfinde ich es so, dass mein Betreuer meine psychotischen Inhalte und Symptome an Hand der Realität überprüft und korrigiert und für mich sozusagen zu einer Instanz der Vernunft wird, die ich nicht missen möchte.

Die Hilfe ist auch deshalb eine ganzheitliche Unterstützung, weil sie auf die jeweilige individuelle Situation abgestimmt wird. Die Unterstützung ist vielfältiger Art und reicht von Gesprächen über kulturelle Aktivitäten, wie z.B. ein gemeinsamer Kinobesuch, aber auch Wanderungen und andere körperliche, sportliche Aktivitäten bis hin zu ganz alltagspraktischen Hilfen wie z.B. Begleitung bei Einkäufen, wenn mir bei Angstzuständen das Verlassen der Wohnung schwerfällt.

Daneben organisieren die Mitglieder des Persönlichen Budgets Plus auch verschiedene Gruppenaktivitäten, wo Gelegenheit besteht, andere Klienten kennenzulernen und sich mit ihnen auszutauschen.

Sicherlich ist es für den Kostenträger, dem Bezirk Mittelfranken, ein relativ hoher finanzieller Aufwand, der für das Persönliche Budget betrieben wird. Andererseits werden auch hohe Kosten für einen mehrwöchigen Klinikaufenthalt erspart.

F.F.

Eine kleine Geschichte
Wie jede Geschichte so beginnt, vor vielen Jahren …
Meine Geschichte beginnt vor ca. 10 Jahren, es kommt mir aber vor, als wäre es eine lebenslange Geschichte.
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Nach der Scheidung, die Firma bankrott, sowie schweren gesundheitlichen Problemen half mir damals die Institutsambulanz und mein bester Freund bei Depressionen, Selbstmordgedanken, Alkohol und sonstiges gerade so zu überstehen.

Vor dreieinhalb Jahren starb plötzlich mein bester Freund.
Plötzlich wieder vor nichts. Was nun? Es kamen auch noch pro Jahr drei, vier Operationen hinzu wegen meiner Krankheit. Konnte und wollte die Wohnung nur so oft es nötig war, verlassen. Zog mich immer mehr zurück, Tag und Nacht wieder nur Gedankenwirrwarr.

Eines Tages sagte ein Arzt zu mir, wenn das so weitergeht, weise ich Sie in eine Psychiatrie ein. Eine Möglichkeit gibt es aber noch, gehen Sie zur Beratung und fragen Sie nach wegen einem Persönlichen Budget. Wer wie was?? Was ist das, noch nie davon gehört. Es ist eine Leistung wie ambulant betreutes Wohnen, um wieder Teilnahme am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen. Jetzt begann ich den Berg zu überwinden. Bekam aber Hilfe von einem Sozialpädagogen der Institutsambulanz beim Finden eines Budgetanbieters.

Wer wohl das ist? Komme ich mit ihm zu recht?
Nach mehreren Wochen Antragsbürokratie kam es zu einer Konferenz. Ich bekam das Persönliche Budget für sozialpädagogische und hauswirtschaftliche Unterstützung. Es ging langsam zwei Schritte vorwärts, einen Schritt zurück. Operation, mit Mietsherren gab es plötzlich größere Probleme, weil das Haus verkauft wurde. Mit Hilfe des Budget schaffte ich sogar einen Umzug.

Mittlerweile nehme ich an verschiedenen Gruppen vom Persönlichen Budget plus e.V. teil und habe dadurch auch einige private Kontakte geschlossen. Die Hauswirtschafterin kam anfangs öfters und jetzt einmal in der Woche zum Putzen, Einkaufen und gemeinsamem Kochen. Mein Sozialpädagoge hat mir viel bei Ämtern usw. geholfen, jetzt mache ich das alles wieder selbst und wir treffen uns vor allem zum Reden beim Spazieren gehen.

Habe immer noch das Persönliche Budget, aber in verkürzter Form. Wo ich jetzt wohl wäre ohne dem Budget. Weiß nicht, aber ohne Budget hätte ich es sicher nicht geschafft. Ich denke irgendwann schaffe ich es ohne Budget, darf mich aber auch nicht überschätzen. Wie es aussieht, kann auch diese Geschichte zu einem guten Ende kommen.

Friedrich (51) aus Nbg.

Sehr viel gebracht
Mir selber hat das Persönliche Budget sehr viel gebracht …

… auch wenn es mir am Anfang schwer fiel, Hilfe anzunehmen. Meine Sozialpädagogin unterstützte mich in all meinen Behördenangelegenheiten, Rechnungen und Schriftverkehr, so dass ich sehr viel mehr Zeit für mich selbst und für meine Gesundwerdung hatte.

Mit ihrer Unterstützung gelang es mir auch, mich meinen Ängsten zu stellen. So konnte ich in ihrer Begleitung außer Haus gehen und die Orte bzw. Situationen aufsuchen, die mich ängstigten. Ich wollte die Ursachen meiner Ängste erfahren. Ich wollte wieder gesund werden.

Die vielen Gespräche zwischen meiner Sozialpädagogin und mir haben mich sehr erleichtert.

Mittlerweile konnte ich auch beruflich wieder neu starten und habe eine Firma gegründet. Ich biete heute einen Reinigungsservice und eine Wohnraumberatung an. Auch hier unterstützte mich das Persönliche Budget in all meinen Angelegenheiten, die es zur Gründung einer Firma zu erledigen gab.

Heute – nach gut zwei Jahren Persönlichem Budget – bin ich wieder gesund und kann all meine Angelegenheiten wieder alleine regeln, so dass ich heute diese Hilfe nicht mehr brauche. Ich habe das Vertrauen bekommen, dass ich im Leben wieder ganz neu anfangen kann, um wieder frei fliegen zu können.

Das Persönliche Budget nutze ich schon seit fast drei Jahren
Ich leide an einer Depression und an Ängsten, die mich in meinem Alltag phasenweise sehr beeinträchtigen.

Meine Sozialpädagogin unterstützt mich beim wöchentlichen Gang zur Tafel, da ich es alleine nicht schaffen würde. Sie hilft mir beim Ausfüllen von Formularen, Anträgen und macht mit mir die nötigen Ämtergänge. Wenn ich etwas nicht „blicke”, hilft sie mir, das Beamtendeutsch zu verstehen. Bei persönlichen Problemen unterstützt sie mich, indem ich mit ihr darüber reden kann. Letztes Jahr z.B. wurde ich operiert. Meine Sozialpädagogin ist mir während dieser Zeit beigestanden. Nach dem Klinikaufenthalt ist sie mit mir zu den Nachuntersuchungen und zum Einkaufen gegangen. Seit ich meine kleine EU-Rente und HLU beziehe, komme ich mit meinen Finanzen kaum zurecht. Zusammen mit meiner persönlichen Unterstützerin habe einen Finanzplan ausgearbeitet und wir teilen mein Geld gemeinsam ein. Seit einigen Monaten schaffe ich es, kleine Beträge auf ein Sparkonto einzuzahlen, um mir auch mal etwas außer der Reihe leisten zu können.

Meine sozialpädagogische Betreuerin ist ein sehr engagierter Mensch und sie macht ihre Arbeit mit Herz. Ich finde das Persönliche Budget gut – mir hilft es!

Budgetnehmerin, 35 Jahre

Es ist ein Zeichen von Stärke Hilfe anzunehmen

 

Mein Name ist Ingo, ich bin seit 2017 beim PB+ und möchte hier mal von meinen Erfahrungen erzählen.

2015 hatte ich eine sehr schwere Operation und konnte deshalb nicht mehr arbeiten gehen. Ich kam zum PB+,  weil ich mich zurückgezogen und keinen Antrieb mehr hatte. Ich war in eine Depression verfallen und mein Selbstwertgefühl war bei null. Außerdem schaffte ich es nicht mit meinen Finanzen umzugehen. Ab Monatsmitte hatte ich oft kein Geld mehr.

Ich kam über eine Freundin zum PB+. Ich wollte wieder mehr raus kommen und neue Kontakte knüpfen. Das fällt mir immer schon schwer. Durch die Zusammenarbeit mit den Sozialpädagogen des PB+ hat sich meine Gesamtsituation deutlich verbessert. Ich habe innerhalb des PB+ schon einige nette Kontakte aufgebaut. Es finden regelmäßig Freizeitgruppen statt, wo wir spielen, kegeln, wandern, brunchen und Ausflüge machen. Ich finde es immer wieder schön, mit den Anderen ins Gespräch zu kommen und kleine Freundschaften aufzubauen.

Es fällt mir mittlerweile leichter meine Finanzen einzuteilen. Auch fällt es mir leichter Ordnung in meiner Wohnung zu halten. Mein Selbstwertgefühl ist langsam auf einem guten Weg. Auch im Privaten hat sich einiges getan. Ich komme nun besser zu recht. Bei Dingen wie Ämtergänge oder Einkaufen brauche ich manchmal noch Hilfe und in seelischen Notlagen bin ich froh, wenn mir jemand zur Seite steht. Durch den Besuch der einer Tagesstätte, die ich täglich von Montag bis Freitag besuche, habe ich eine bessere Tagesstruktur.

Im August 2019 musste die Operation leider wiederholt werden. Das hat mich wieder zurück geworfen. Ich werde auch weiterhin die Unterstützung und Hilfe vom PB+ annehmen, da ich überzeugt und sehr zufrieden mit deren Arbeit bin. Von meiner Seite aus kann ich allen, die in einer ähnlichen Situation sind, nur empfehlen, Hilfe anzunehmen.

Es ist ein Zeichen von Stärke Hilfe anzunehmen.